Das Konzept

L i t e r a t u r s a l o n
„T E X T T O T A L — nachgelesen, vorgelesen“

K o n z e p t

D e r P r o b e l a u f:
„Lustvoll und launig geht es vor gut gefüllten Stuhlreihen zu. Von den allerorten in Berlin sprießenden ‚Lesebühnen‘ unterscheidet sich ‚Text Total‘ vor allem durch die pointiert vorgetragene Kritik an den Texten anderer in Form eigener literatur- und gesellschaftskritischer Beiträge.“
Ute Büsing auf RBB Inforadio Kultur.

Von Oktober bis Dezember letzten Jahres führten wir, das Autorenteam Holland-Moritz + Korte + Warnke, in Zusammenarbeit mit Kultur am Nauener Platz e.V. und gefördert vom Quartiersmanagement Pankstraße, insgesamt drei TEXTTOTAL-Veranstaltungen durch, die wir nur zu Beginn dieser Serie als Testlauf verstehen konnten, da wir sofort auf ein sehr zahlreiches und enthusiastisches Publikum trafen. Für uns überraschend war vor allem seine Zugänglichkeit und das enorme Interesse, das uns entgegengebracht wurde, angesichts eines eigentlich eher als spröde verstandenen Sujets, dem der Lyrik, die wir aus dem Feuilleton von DIE ZEIT entnahmen. Vor allem aus diesem außerordentlichen Publikumszuspruch und der Tatsache Rechnung tragend, daß wir mit diesen drei Abenden bereits ein erstaunliches Maß an Öffentlichkeit erreicht haben, resultiert unser Vorhaben, das einmal Begonnene in a n d e r e m R a h m e n fortzusetzen, da die Kapazitäten am bisherigen Veranstaltungsort nicht mehr ausreichen.

D a s F o r m a t: Eine ebenso den Sinnen angenehme wie den Intellekt anregende anderthalb- bis zweistündige Abendveranstaltung, die (vorläufig) als Reihe im Abstand von jeweils 2 Monaten von einem Podium aus moderiert werden soll. Nicht als Eintagsfliege, sondern als regelmäßige und feste Einrichtung.
Die Form der Soirée ermöglicht uns hierbei einen ebenso intimen wie originellen Rahmen, der sich dem Publikum wie ein  ‚Fenster zu den literarischen Welten‘  öffnet. Als ein produktives     S o z i o t a i n m e n t !!

D i e A b s i c h t: Die Diskussionen über das Menetekel des Kulturpessimismus und über die mangelhafte Umtriebigkeit des Betriebs dienen manch einem nur dazu, dem gängigen Hang zur Klage nachzugeben und immer wieder in die gleiche Kerbe zu schlagen. Damit muß man aufhören und sowohl Ursachenforschung betreiben als auch anschaulich machen, daß es auch anders geht. Auch eine Veranstaltung wie unser Literatursalon ‚TEXTTOTAL – nachgelesen, vorgelesen‘ wird wohl kaum das Rad neu erfinden, aber wir können beredte Beispiele dafür geben, wie eins ins andere greifen kann. Was wir wollen, ist, ein wenig dazu beitragen, daß sichtbar wird, wo noch Möglichkeiten liegen im literarischen Betrieb von heute, ebenso wie wir uns in unserem Umfeld ein erneut ansteigendes kulturelles Interesse, mithin vor allem auch bei unserer Klientel: dem Publikum, diesbezüglich einen Stimmungsumschwung vorstellen. Wenn wir mit unserer Unterrichtung über das breite Feld weitestgehend nicht zur Kenntnis genommener literarischer Vorgänge in unserer Gesellschaft eine langfristige Sensibilisierung unserer Zuhörerschaft erreichen können, haben wir einen kleinen, aber sehr wichtigen Schritt vorwärts getan und können hoffen, daß weitere Impulse überspringen mögen aus einem ‚literarischen Leben‘, das wieder mehr teilhaben sollte an der kulturellen Identität und der sozialen Realität des Bürgers. Insofern leuchtet ein, daß wir unsere Soiréen, beinahe buchstäblich nach allen Regeln der Kunst, auch als aktivierende Beiträge an einer in einem aktuellen Bildungsnotstand begriffenen Bürgerschaft betrachten.

D a s V e r f a h r e n: Zusammengetragener und aufbereiteter Text aus Presse und Literaturbetrieb, jedoch in der Hauptsache eigens für jede Veranstaltung n e u  v o n  d e n       A u t o r e n  h e r g e s t e l l t e  B e i t r ä g e, sollen den Zusammenhang von Literatur, Literaturbetrieb, Gesellschaft und Zeitgeschichte pointiert beleuchten. Ein Vorgehen, das nicht ohne sublime wechselseitige Bezüge denkbar ist.
Neben der eher klassischen Vortragsform der Lesung sollen auch mehr performative, ‚kabarettistische‘ Elemente und musikalische Einsprengsel das Publikum zu seinem Recht auf eine anspruchsvolle und anregende Unterhaltung kommen lassen, die im Gespräch mündet. Auf diese Weise den Gegenstand unseres Probelaufes noch einmal aufgreifend (Vgl. Anhang!), werden wir zunächst eine weitere Verortung der Gedichte aus dem Feuilleton der Wochenzeitung DIE ZEIT betreiben.

D e r O r t: Die Räumlichkeiten eines ambitionierten Veranstalters, abseits der etablierten Kulturmeilen der Stadt, der eine innovative Off-Veranstaltung als Chance begreift.

D i e A u t o r e n g r u p p e:
Ralf B. K o r t e, Simplonstraße 47, 10245 Berlin, Tel.: 030 / 29 77 95 42, mcsnake@perspektive.at
D. H o l l a n d – M o r i t z, Rostocker Str. 37, 10553 B e r l i n, 030 / 39 14 683, d.holland-moritz@t-online.de
Uwe  W a r n k e, Sonntagstr. 22, 10245 B e r l i n, 030 / 29 04 99 03, warnke@snafu.de

Kontakt über Ralf B. K o r t e & D. H o l l a n d – M o r i t z & Uwe  W a r n k e

Ralf B. Korte, geb. 1963, ist Literaturwissenschaftler und Mitherausgeber von perspektive. hefte für zeitgenössische literatur, Graz (Redaktion Berlin). Zuletzt erschienen: Forward Slope. Klagenfurt/Wien: Ritter Verlag 2000.
D. Holland-Moritz, geb. 1954, Germanist, ist als freier Autor und Sprachkünstler tätig. Letzte Veröffentlichung: Lovers Club. Eine Stimme aus dem Off. Berlin: Merve Verlag 2002.
Uwe Warnke, geb. 1956, Schriftsteller und künstlerisch tätig, gibt in Berlin-Friedrichshain die renommierte und 1991 mit dem V.O. Stomps-Preis für herausragende kleinverlegerische Leistungen ausgezeichnete Künstlerzeitschrift entwerter/oder heraus.

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